Tagesgeldzinsen – Filialbanken können nicht mithalten

In den letzten Jahren haben viele Banken die Spareinlagen der Kunden als wichtige Säule des Bankgeschäftes wiederentdeckt. Manchmal forcieren sie noch die für sie im Einkauf des Geldes günstigste – weil am wenigsten zinsbringende – Variante: Das Sparbuch. Andere Banken und Finanzinstitute sehen die Chance aber in der Kundenorientierung und einer echten, bedarfsgerechten Beratung. Dazu gehört die faire Behandlung der Kunden und beste Zinsen bei hoher Sicherheit. Doch warum können Filialbanken oft nicht mithalten? Begleiten Sie uns auf der Reise durch die Welt der Filialbanken und lernen Sie die Funktionsweise und den Zweck der Bankfilialen näher kennen.

Die Kostenverrechnung der Bankfilialen

Die meisten Banken nutzen einen Multi-Channel Ansatz sowohl zur Neukundengewinnung, als auch dem Abschluss neuer Verträge. Doch was hat dies mit den Tagesgeldzinsen zu tun? Hier hat sich die Sichtweise durchgesetzt, dass es ganz unterschiedliche Kunden und Interessen gibt. Der aktiv suchende Kunde entscheidet sich für die besten Zinsen im Inland. Der klassische Filialkunde schätzt seinen persönlichen Ansprechpartner und macht sich wenig Gedanken über Preis- oder Konditionsunterschiede. So kann es durchaus sein, dass er ein ganzes Prozent weniger Tagesgeldzinsen bekommt. Dafür muss der Kunde auch nicht suchen und hat seinen Ansprechpartner immer in der Bank. Dies führt in der umgekehrten Betrachtung dazu, dass die erheblichen Miet- und Betriebskosten einer Filiale nur auf die dort abgeschlossenen Verträge und Produkte verrechnet werden können. So ist dann jedes Tagesgeld oder Festgeld mit einer kalkulatorischen Filialumlage belegt – diese sorgt für vergleichsweise geringere Tagesgeldzinsen.

Die Leistungsbeurteilung der Bankmitarbeiter

Haben auch Sie ein kostenfreies, oder günstiges Girokonto? Dann sehen Sie, dass der reine Zahlungsverkehr auf dem Girokonto kein großer Gewinnlieferant für die Bank sein kann. Deshalb wird der Bankmitarbeiter auch nur zu einem geringen Teil aufgrund der bei ihm geführten Anzahl an Girokonten bewertet und auch befördert. Es gibt bei den Banken zwar ganz unterschiedliche Beurteilungs- und Anreizsysteme. Dennoch spielt aber der für die Bank erzielte Deckungsbeitrag bei fast allen Großbanken eine entscheidende Rolle. Deshalb wird sich der Bankmitarbeiter auch eher für Produkte engagieren, die ihn in dieser Wertung nach vorne bringen. Das Tagesgeldkonto wird er – wo möglich – einfach mitlaufen lassen und sich bei vielen anderen Produkten der Geldanlage oder Altersvorsorge engagieren. So stehen dank sehr guter Tagesgeldzinsen neu akquirierte Tagesgelder leider nicht im Fokus der Betrachtung. Würden Sie als Bankmitarbeiter wahrscheinlich auch tun?